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Man schreibt das Jahr 1978. Alfons Grötsch und Albert Grießl gründeten eine eigene Kapelle. Mit Musikdirektor Georg Zimmermann von der Grenzlandmusikschule hatten sie einen kompetenter Lehrmeister. Natürlich braucht das Ensemble einen Proben- raum und findet ihn – in einer Büttnerwerkstatt. Da der Handwerksbetrieb vom „Grötsch Leo“ am Hang des Schlossberges liegt, ist die Namensgebung geklärt: Die „Eslarner Schlossbergkapelle“ ist geboren. Rolf Karl übernimmt von 1979 bis 1982 die musikalische Leitung. Er legt den Grundstein für einen Erfolgsweg, den die Kapelle fortan nicht mehr verlassen wird. Es kommt zu zahlreichen Auftritten bei tradi- tionellen Feiern, Festzelten oder kirchlichen Hochfesten. 1985 kann folgerichtig die erste Schallplatte eingespielt werden. Schon damals war es den Schlossbergern wichtig, das musikalische Erbe der bayrischen und böhmischen Blasmusik zu pflegen. 1989 war nicht nur das Jahr der Grenzöffnung, sondern unter der Leitung von Manfred Wild entstand bereits die zweite Tonträgerproduktion mit dem Titel „Das ist Musik“. Die nun schon immer mehr verblassenden 90iger Jahre sahen im Jahr 1994 eine dritte Einspielung mit dem Titel „Hey Mann, pack mas an“. Inhaltlich hatte man sich zu dieser Zeit mehr der Stimmungs- und Unterhaltungsmusik zugewandt. Gleichzeitig wandelte sich der Name „Eslarner Schloßbergkapelle“ in die „Schloßberger aus Eslarn“. Voll von Wäldern, Dörfern und filigranen Städten ist die Landschaft des Böhmerwaldes auf tschechischer, die des Oberpfälzer Waldes auf bayrischer Seite. Reich ist die Sprache der Tschechen wie auch der Bayern. Und so schillernd wie dieser europäische Kulturraum, so reichhaltig ist auch die regionale musikalische Vielfalt. Nie fehlte es an Komponisten für Melodien aller Art, denn Landschaft und künstlerischer Ausdruck sind bis heute untrennbar miteinander verbunden. Entlang der geographischen Achse Prag-Nürnberg tauchen Namen auf wie der des Schmid Wenzel aus Eisendorf und der des Sperl Johann aus Böhmisch-Schwarzach. Franz Bummerl, Hubert Wolf, Kurt Pascher und natürlich der unvergessliche, weltweit bekannte Ernst Mosch – sie alle haben ihre Wurzeln rund um den bayrisch-böhmischen Grenzstreifen. Mit der nun vorliegenden Jubiläums–CD wenden sich die Schlossberger den Wurzeln der bayrisch-böhmischen Blasmusik zu. In einer Zeit, in der Sprachen, Mundarten und Dialekte vom Aussterben bedroht sind, soll damit ein Signal gesetzt werden. So lag den Musikern eine Mischung aus bisher nicht veröffentlichten Neukompositionen und im Grenzland bekannten Melodien am Herzen. Drei der Titel stammen vom Schmid Wenzel und Franz Gerstbrein hat diese handschriftlich überlieferten Raritäten neu arrangiert. Kurt Pascher wiederum bearbeitete drei Titel vom Sperl Johann aus Böhmisch- Schwarzach. Vielen älteren Eslarnern mag der „Marsch vom Schmid“ noch gut im Gedächtnis haften: Beim Pressl Max, Kapellmeister in den 60iger Jahren und Eslarner „Original“ in Personalunion, durfte er bei keinem Auftritt fehlen. Zuletzt hat der derzeitige Dirigent der Schlossberger, Stefan Karl, mit zwei neuen Eigen- kompositionen der CD seine persönliche Note verliehen.
Viel Freude beim Anhören schöner Blasmusik! Evelyne Wurm
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